Gentherapie

Therapieansatz mit Nebenwirkungen

 

Trotz eines erheblichen wissenschaftlichen Aufwands und grosser Ankündigungen in den letzten 20 Jahren ist die Gentherapie noch immer im Stadium der Forschung oder wird höchstens in klinischen Versuchen eingesetzt. Es sind grobe Fehlschläge mit teils tödlichen Nebenwirkungen zu verzeichnen. Mittels Gentehrapie versucht man, einzelne Gene in einen Organismus einzuschleusen, um ein defektes Gen zu ersetzen und eine diesbezügliche Krankheit auf diese Weise zu heilen. Das Hauptproblem der Therapie besteht in der Methode: Es werden virale Vektoren verwendet, welche die veränderten Gene oder Genelemente in den Organismus einschleusen. Diese Vektoren können leicht ausser Kontrolle geraten und die Bildung von Tumoren auslösen. Eine andere Fehlreaktion ist, dass sie das Immunsystem verrückt spielen lassen – es kommt zum Organversagen. Ein neuer Lösungsansatz könnte in der Verwendung so genannter nackter DNA liegen. Die Forschung steckt diesbezüglich allerdings noch im Anfangsstadium.

Gendoping

Die Dopingbekämpfung im Sport steht mit dem Gendoping vor einer neuen Herausforderung: Die Leistungssteigerung soll mit Hilfe gen- und zelltherapeutischer Verfahren erzielt werden. Im Fokus des Gendoping steht die gezielte Beeinflussung der körpereigenen Genaktivität (Aktivierung, Verstärkung, Abschwächung oder Blockade). Mit pharmakologischen oder molekularbiologischen Mitteln sollen Eigenschaften, die für die körperliche Leistung relevant sind, verbessert werden. Die Folgen eines solchen Eingriffs sind nicht vorhersehbar.

Um eine Veränderung der Gen-Aktivität in einem menschlichen Körper herbeizuführen, kann das gen- und zelltherapeutische Verfahren, bei dem genetisches Material in Form von DNA, RNA, einer Zelle oder eines Organs einem Organismus zugeführt wird, angewendet werden. Eine andere Möglichkeit ist die gezielte Manipulation der Genexpression (die Ausprägung des Genotyps durch die genetische Information, wie Gen und DNS, zum Phänotyp eines Organismus oder einer Zelle) durch Medikamente, welche die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen kann. 

Die Brisanz dabei ist, dass die Manipulation von Genaktivitäten immer schwerer nachweisbar wird. Einfallstor für Gendoping ist der Leistungssport, die Bodybuildingszene und die Anti-Aging-Medizin.