Medikamente

Medikamente mit GVO-Zutaten

 

Medikamentenwirkstoffe, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen produziert werden, sind schon länger auf dem Markt. Insulin etwa wird nicht mehr aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen, sondern gentechnisch veränderte Bakterien oder Hefen übernehmen die Produktion der Substanz. Auch Impfstoffe werden ähnlich produziert. Über hundert solcher gentechnisch erzeugter Präparate sind in der Schweiz mittlerweile zugelassen.

Wirkstoffe, die auf diese Weise hergestellt werden, müssen nicht gekennzeichnet werden, sofern sie von den gentechnisch veränderten Organismen abgetrennt und gereinigt sind und die Herstellung im geschlossenen System erfolgte. Anders verhält es sich bei Wirk- und vor allem Hilfsstoffen, die aus gentechnisch veränderten Pflanzenteilen hergestellt wurden. Sie müssen – analog zu den Vorgaben im Lebensmittelbereich – auf der Medikamentenverpackung sowie auf der Verpackungsbeilage als GVO deklariert werden. 

Recherchen von biorespect zeigen, dass mehr als 50 in der Schweiz erhältliche Medikamente Stoffanteile enthalten, die aus gentechnisch veränderten Nutzpflanzen hergestellt wurden. Kenntlich gemacht wird dies mit dem Hinweis «aus gentechnisch verändertem X hergestellt».  

Forderungen

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic ist dazu aufgerufen, nur Hilfsstoffe zuzulassen, für die auch eine Zulassung als Lebensmittel vorliegt. Und die Pharmabranche soll Hilfsstoffe von nicht manipulierten Nutzpflanzen verwenden – denn diese weisen dieselben Eigenschaften auf. 

biorespect ruft ausserdem PatientInnen dazu auf, Verpackungstexte und -beilagen kritisch zu lesen. Vor der Einlösung eines Rezepts in der Apotheke können Fach- und Patienteniformationen auch hier abgerufen werden. Nur auf diese Weise kann die unwissentliche Einnahme von Gentech-Bestandteilen vermieden werden.