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Synthetische Biologie

Bastelei mit Biobausteinen

 

Die Synthetische Biologie verfolgt die Idee, Lebewesen zielgerichtet umzubauen oder von Grund auf neu zu konstruieren. Eine eindeutige Definition gibt es nicht. Organismen sollen so gebaut und zusammengesetzt werden, dass sie neue Funktionen erfüllen, die dann kontrolliert eingesetzt werden können. Es werden dabei unterschiedliche Ansätze verfolgt:  

Bottom up

Mit der Bottom-up-Strategie (vom Leblosen zum Lebendigen) werden Systeme künstlich aufgebaut, die nach teils völlig neuen Prinzipien funktionieren sollen. Seit den achtziger Jahren stellen Gensynthesefirmen aus unbelebter Materie Erbgutabschnitte künstlich und vollautomatisch her, die dann neu zusammengesetzt werden können.

Top Down

Bei der Top-Down-Strategie (vom Belebten zum Künstlichen) werden aus vorhandenen lebenden Systemen Komponenten entfernt oder verändert. Neue, künstlich entwickelte Komponenten werden hinzugefügt. Dadurch soll das Potenzial eines Organismus erweitert werden.

In die Entwicklung der Synthetischen Biologie werden weltweit hohe Summen an Fördergeldern investiert. Man setzt auf massgeschneiderte Bakterien, die Gifte aufspüren können oder Medikamente produzieren. Auch für das Problem der schwindenden Rohstoffe soll eine technische Lösung her und Bakterien mit neuen Eigenschaften sollen Treibstoffe erzeugen. Die Möglichkeiten scheinen vielfältig und schüren die Hoffnung auf milliardenschwere Gewinne für eine neue Industrie.

Probleme

Völlig unklar ist, wie sich mittels synthetischer Biologie hergestellte künstliche Organismen im Zusammenspiel mit der belebten Natur verhalten. Eine Technikfolgenabschätzung, die die Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesundheit erforscht, ist bisher kaum existent.

An der Synthetischen Biologie besteht auch ein militärisches Interesse. Die NASA investiert Milliardensummen, denn die Möglichkeiten der Synthetischen Biologie könnten mithelfen, zum Beispiel lebensfeindliche Umgebungen zu neutralisieren. Gleichzeitig besteht ein hohes Gefährdungspotenzial für den Missbrauch des Wissens um die Herstellung künstlicher Organismen für bioterroristische Angriffe. Sicherheitsfragen sind ungeklärt.

Die Herstellung von künstlichem Leben wirft auch eine Reihe von ethischen Fragen auf. Die Frage: «Was ist Leben?» muss danach neu definiert werden.  

Forderungen

biorespect setzt sich zusammen mit anderen Organisationen sowohl schweizweit als auch international für eine gesetzliche Regelung der Synthetischen Biologie ein.