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Bild: www.admin.ch

Transgener Mais und gv-Gerste in Reckenholz

Das Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich hat die Bewilligung zweier Freisetzungsversuche beantragt. Freigesetzt werden sollen eine transgene Maislinie und eine gentechnisch veränderte Gerste. Beiden Pflanzenlinien wurde ein Weizen Gen eingefügt. Das Gen Lr34 soll bei den manipulierten Pflanzen für Resistenzen gegen Pilzerkrankungen sorgen. Dies will man auf dem Feld testen. Ausserdem sollen die Auswirkungen des Transgens auf den manipulierten Mais und die Gerste überprüft werden. 

Gesuch ist mangelhaft - BAFU prüft Zulassung

Der Antrag wird zur Zeit vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) geprüft. biorespect lehnt Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen generell ab. Das noch bis 2023 geltende Moratorium gegen einen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Schweiz schliesst bedauerlicherweise eine Freisetzung von gv-Pflanzen zu Forschungszwecken nicht aus. Daher hat auch biorespect mit anderen Organisationen eine Stellungnahme gegen die Bewilligung eingereicht. Die geplanten Freisetzungsversuche werden keine besonderen Erkenntnisse bringen. Untersucht werden soll die Resistenz der transgenen Pflanzen gegen Pilzerkrankungen. Allerdings stellen diese Pilzerkrankungen in der Schweiz gar keine Gefahr dar.

Das Gesuch halten wir für mangelhaft. Es entspricht nicht den Vorgaben der Freisetzungsverordnung. Die Gesuchsteller können nicht nachweisen, dass eine Verbreitung unerwünschter Eigenschaften auf die Umwelt ausgeschlossen ist. Die vorgesehenen Isolationsabstände sind viel zu gering. Vor allem beim Mais können die windbestäubten Pollen kilometerweit ausgebracht werden, so dass nicht auszuschliessen ist, dass umliegende landwirtschaftliche Betriebe geschädigt werden. Zudem bemängeln wir den nicht ausreichend geplanten Abstand zum Schutzgebiet Katzensee. Das Gesuch weist auch kein Schadensszenario für Einträge von transgenen Maispollen in Honig auf. Betroffene Imker wurden nicht vorab über die geplanten Versuche informiert. Es liegen bereits Einsprüche der Imker gegen die Freisetzungen vor. 

biorespect lehnt die Freisetzungen ab

biorespect lehnt Freisetzungsversuche auch zu Forschungszwecken im Grundsatz ab. Nach Überprüfung beider Gesuche stellen wir fest, dass die geplanten Freisetzungsversuche keinen Beitrag für die Schweizer Landwirtschaft leisten. Der Erkenntnisgewinn der beantragten Versuche wird trotz hoher Kosten nicht von Bedeutung sein. Die Schweizer Bevölkerung lehnt gentechnisch veränderte Pflanzen und Lebensmittel nach wie vor mehrheitlich ab. Also gibt es keine Marktchancen für transgene Sorten. Einen Vorteil erzielen höchstens die Gesuchsteller, da sie ein Patent auf das Gen Lr34 halten.

biorespect fordert das BAFU auf, die Gesuche abzulehnen. Anstatt Forschungsgelder für nutzlose Freisetzungsversuche und die Betreibung einer gesicherten Anbaufläche zu verschwenden, fordern wir die Förderung einer nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft.

Weitere Informationen:

> Stellungnahme biorespect Freisetzungsversuche-1.jpg
> Überblick Freisetzungsversuche Reckenholz