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Das Geschäft mit dem Kinderwunsch

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Kinderwunsch-Messe lockt mit vielen Möglichkeiten

Im europäischen und aussereuropäischen Ausland werden potenziellen "Wunscheltern" eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten angeboten, wie sie ihren Kinderwunsch mittels fortpflanzungsmedizinischer Methoden verwirklichen könnten. Auch mit Methoden, die in der Schweiz (bisher) verboten sind, wie der Eizellenspende oder der Leihmutterschaft. An der Veranstaltung, die am kommenden Wochenende in Zürich stattfindet, informieren auch VertreterInnen ausländischer Reproduktionskliniken über diverse Möglichkeiten. «Im Mittelpunkt des „Kinderwunsch-Info-Wochenendes" stehen verheiratete Paare, unverheiratete Paare, Singles (w/m), gleichgeschlechtliche Paare und Wunscheltern im reiferen Alter», so der Veranstalter. Sie können sich über «Alternativen in ausländischen Kliniken» informieren und werden an der Veranstaltung auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert. 

Kinderwunsch als Geschäftsmodell

Das «Kinderwunschinfo-Weekend» zeugt einmal mehr davon, welche Geschäftsinteressen hinter dem weiten Feld der Reproduktionsmedizin stehen. Als Veranstalter fungiert die Firma AirDoc Health Travel GmbH, die auf die Vermittlung medizinischer Dienstleistungen im In- und Ausland spezialisiert ist. Als Partner werden Reproduktionskliniken auch im aussereuropäischen Ausland angegeben, die auch an der Veranstaltung auftreten werden. AirDoc arbeitet auch mit anderen Unternehmen zusammen, die auf "Medizintourismus" spezialisiert sind. Dabei gerät der «Fortpflanzungstourismus» zunehmend in den Fokus. Auch Paare aus der Schweiz nehmen im Ausland Verfahren in Anspruch, die hierzulande verboten sind. Gründe sind aber auch häufig finanzielle, denn die Angebote im Ausland sind kostengünstiger, als hier in der Schweiz. Inzwischen gibt es beispielsweise Angebote mit «Geld-zurück-Garantie» für unter 20.000 Franken, sollte es nicht zu einer Geburt eines Kindes kommen. Am Geschäft mit dem Kinderwunsch verdienen aber nur die Anbieter und diejenigen, die die Geschäfte vermitteln. Frauen, die ihre Eizellen oder ihre Körper als Leihmütter zur Verfügung stellen, werden meist mit einer Aufwandsentschädigung oder einer geringen Entlohnung abgespeist. 

Repro-Angebote in der Grauzone

Die Kinderwunschveranstaltung war bereits in 2020 geplant. biorespect hat sich daher bereits im letzten Jahr an die zuständige kantonale Gesundheitsdirektion gewandt, mit der Bitte, die Inhalte der Veranstaltung dahingehend zu prüfen, ob möglicherweise Gesetzesverstösse vorliegen. Die Veranstaltung wurde dann aus Pandemie-Gründen abgesagt. Auch beim diesjährigen Programm scheint nicht ausgeschlossen, dass es zu Aktivitäten kommt, die gemäss Fortpflanzungsmedizingesetz in der Schweiz nicht erlaubt sind. Strafbar in der Schweiz ist beispielsweise bereits die Vermittlung einer Leihmutterschaft (Art. 31 Abs. 2 FMedG). In einer rechtlichen Grauzone bewegt sich die Vermittlung zu einer Behandlung mit Eizellenspende ins Ausland, wenn die Frau, von der die Eizellen stammen, anonym bleibt. Das ist in mehreren Ländern der Fall. Kliniken werben gar damit, dass die Anonymität gewahrt bleibt. Die Anonymität widerspricht jedoch dem Recht des Kindes auf Wissen über die eigene Herkunft. Deshalb hat biorespect die Behörden erneut aufgefordert, sich aktiv einzuschalten. Laut Rechtsabteilung der Gesundheitsdirektion werden entsprechende Massnahmen eingeleitet. 

biorespect fordert eine breite Debatte über die Auswirkungen fortpflanzungsmedizinischer Verfahren auf alle Beteiligten. Wir setzen uns weiterhin gegen die Zulassung der Eizellenspende und gegen die Leihmutterschaft ein. Bei beiden Verfahren stellen Frauen aus finanziellen Nöten ihre reproduktiven Ressourcen zur Verfügung. Gesundheitliche und psychische Auswirkungen werden dabei unter den Tisch gekehrt. 

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