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Genveränderte Mücken als potenzielle Gefahr

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Foto: Jill George, NIH

Bedenken wegen Freisetzungen von gv-Organismen

Bisher habe sich synthetische Biologie auf geschlossene Systeme beschränkt, heißt es in dem UNEP-Bericht. Beispiele hierfür sind Bakterien und Hefen, die gentechnisch so verändert wurden, dass in abgeschlossenen Systemen Treibstoff, chemische Rohstoffe oder Arzneimittel hergestellt werden können. Doch zunehmend werden Freisetzungen von gv-Organismen in die Umwelt geplant. Der UNEP-Bericht bezieht sich nicht auf Nahrungspflanzen, die mittels Gen-Scheren wie CRISPR/Cas verändert wurden. Vielmehr stehen gentechnisch veränderte Mücken und Nagetiere im Fokus. 

Gefahren nicht abschätzbar

Das Projekt Target Malaria plant im westafrikanischen Burkina Faso Freisetzungen genmanipulierter Mücken. Sie sollen durch einen eingebauten GeneDrive ihre Eigenschaften dominant vererben und so die vorhandene Mückenpopulation, die für die Übertragung der Malaria verantwortlich ist, ausrotten. Auf pazifischen Inseln sollen mit dem Verfahren invasive Nagetiere ausgerottet werden. So will man die dort heimische Vogelpopulationen schützen. 

Technik birgt Risiken

Die Fähigkeit, künstliches Leben zu kreieren und bestehendes Erbgut zu ändern, berge die Gefahr von Kreuzkontaminationen und unbeabsichtigen Nebenwirkungen. Die absichtliche oder versehentliche Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt könnte negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben und zu irreversiblen Umweltschäden führen. Deshalb verweist der Bericht auf das Vorsorgeprinzip und verlangt dessen Anwendung bei der Entwicklung und im Umgang mit Produkten der synthetischen Biologie. Der Report benennt auch Risiken, die von Biohackern und Do-it-yourself-Gentechbaukästen ausgehen. 2017 habe es weltweit bereits 168 Biohacker-Gruppen gegeben, heißt es in dem Report. Diesen Bereich zu regulieren, sei eine Herausforderung für die Behörden. Die Sorge wachse, dass diese Technologie von Terroristen missbraucht werden könnte, um Ernten zu zerstören und biologische Waffen zu entwickeln.

Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen nötig

Im Bericht wird eine strenge Risikoabschätzung angemahnt und die Einbeziehung der verschiedenen Betroffenengruppen vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang verweist UNEP darauf, dass Produkte der synthetischen Biologie lebende gentechnische Organismen im Sinne der UN-Biodiversitätskonvention (CBD) und des rechtlich bindenden Protokolls von Cartagena seien.

Das Fazit des Berichts: «Den Code des Lebens zu hacken» habe derart große Auswirkungen, dass die Regierungen weltweit dringend zusammenarbeiten müssten, um eine sichere Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zu gewährleisten. Dazu brauche es rechtliche Rahmenbedingungen, aber auch ethische Richtlinien für die Forschung.

biorespect fordert eine strenge Regulierung des Verfahrens und eine breite Debatte über die Risiken. Eine Gelegenheit zur Debatte bietet das GeneDrive Symposium in Bern - siehe Veranstaltungshinweis!

> UNEP-Bericht Synth.Biologie-1.jpg
> Nature: CBD lehnt Moratorium ab
> www.biorespect.ch/GeneDrive