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Zehn Jahre Gen-Schere CRISPR/Cas 

Bild: Sangharsh Lohakare, Unsplash

Gen-Schere forciert die «Neue Gentechnik»

Nach der Publikation der Technik von CRISPR/Cas avancierte das Verfahren zum meistgenutzten Werkzeug der «Neuen Gentechnik». Mit Hilfe der Gen-Schere können natürliche Genfunktionen ausgeschaltet, zusätzliche Gene ins Erbgut eingeführt oder bestehende Genfunktionen verändert werden. Durch den Eingriff unterscheidet sich die «Neue Gentechnik» grundlegend von konventionellen Züchtungsverfahren, die sich auch zufällige Mutationen zunutze machen. Auch wenn keine zusätzlichen Gene eingefügt werden, unterscheiden sich so veränderte Pflanzen und Tiere oft deutlich von denen, die durch konventionelle Züchtung hervorgebracht wurden. Mögliche langfristige Auswirkungen auf die Umwelt sind nur schwer einzuschätzen. 

«Neue Gentechnik» und Patente

Das Europäische Patentamt EPA erteilt Patente auf Pflanzen und Tiere, die durch CRISPR/Cas erzeugt wurden. In der Pflanzen- und Tierzucht entstehen so neue Abhängigkeiten und Blockaden, weil Agro-Konzerne nicht nur das technische Verfahren als Erfindung reklamieren, sondern mit dem Patent auch biologische Grundlagen, wie Gene, Saatgut und Pflanzen beanspruchen. Diese alarmierende Entwicklung wird in einem Bericht der Vereinigung «No Patents on Seeds», der auch biorespect angehört, verdeutlicht. Der Bericht gibt einen Überblick über aktuelle Patentrecherchen. 

Gen-Schere und Eingriffe in die menschliche Keimbahn

Mittels CRISPR/Cas sind auch Eingriffe in das Erbgut menschlicher Keimzellen leichter möglich. Ziel der Foschung ist es, vererbbare Erkrankungen zu verhindern, indem bereits Keimzellen verändert werden. Derartige Eingriffe in die menschliche Keimbahn sind äusserst problematisch. Sie könnten für die betroffenen Personen, die mittels solcher Keimzellen entstehen, erhebliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Das Verfahren ist nicht ausgereift. Beim Einsatz der Gen-Schere kommt es immer wieder auch zu ungewollten Veränderungen im Erbgut. Sehr kritisch sind die ethischen Verwerfungen, denn die Veränderung des Erbgutes würde nicht nur das potenziell so entstehende Kind betreffen sondern die Veränderung würde an alle weiteren Nachkommen weitergegeben. In der Schweiz sind Eingriffe in die menschliche Keimbahn - wie in weiteren 80 Ländern der Welt - verboten. Es gibt jedoch Bestrebungen, dass sich auch die Schweizer Forschende an der Grundlagenforschung beteiligen können.

biorespect setzt sich in einer internationalen Koalition für ein weltweites Moratorium von Eingriffen in die menschliche Keimbahn ein.

> Die Publikation von CRISPR/Cas
> Patente und CRISPR/Cas
> Neue Gentechnik. Broschüre testbiotech
> Videos: Neue gentechnische Verfahren