Fortpflanzung

Fortpflanzung um jeden Preis

 

Nicht immer gelingt die wunschgemässe Reproduktion auf natürlichem Weg. Auf dem Gebiet der Fortpflanzungsmedizin hat sich inzwischen die Vorstellung der grenzenlosen technischen Machbarkeit durchgesetzt, insbesondere auch im Bereich der pränatalen Diagnostik. Die Zeugung von Kindern im Reagenzglas ist längst Realität. In der Folge ist der Embryo zugänglich für eine gezielte Optimierung. 

Technische Fortpflanzungsverfahren sind nicht risikolos. Das Risiko einer Fehlgeburt ist nach einer künstlichen Befruchtung doppelt so hoch wie nach einer spontanen Befruchtung. Das Geburtsgewicht von im Reagenzglas gezeugter Kinder ist im Durchschnitt niedriger; zudem wird diesen Kindern eine erhöhte Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen attestiert. Ein weiteres Problem ist das gehäufte Auftreten von Mehrlingsschwangerschaften.

Die Fortpflanzungslobby drängt auf die Zulassung weiterer Verfahren wie der Präimplantationsdiagnostik (PID) oder der Eizellenspende. Dabei werden individuelle Risiken und gesellschaftliche Auswirkungen ausgeblendet. Das Fortpflanzungsmedizingesetz soll entsprechend den Wünschen der Anbieter immer wieder aufs Neue angepasst werden.