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Gentests

Mehr Wissen durch Gentests?

 

Bei einem Gentest werden einzelne Körperzellen auf Abweichungen im Erbgut untersucht, um den Verdacht auf eine bestimmte, meist erbliche Veranlagung für eine Krankheit auszuschliessen oder zu bestätigen. Gentests werden in verschiedenen Situationen eingesetzt: Sind bereits Krankheitssymptome vorhanden, so kann ein Gentest dazu dienen, die Ursache abzuklären. Dagegen werden prädiktive (vorhersagende) Gentests zu einem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem keine Anzeichen für die getestete Krankheit bestehen. Diese Tests werden veranlasst, wenn in der Familie eines Menschen bereits früher eine bestimmte Erbkrankheit aufgetreten ist. 

Das Angebot an genetischen Tests wird täglich grösser: Von den mehr als 1’000 weltweit angebotenen Tests bezeichnen Fachleute allerdings nur sehr wenige als sinnvoll. Neutrale Informationen über den tatsächlichen Nutzen genetischer Untersuchungen sind kaum vorhanden. Deshalb hat biorespect eine Informations-Plattform (deutsch, französisch) eingerichtet, auf der Fragen im Zusammenhang mit Gentests ausführlich thematisiert werden.

Situation Schweiz

Gentests werden in Apotheken, Drogerien, Fitnesszentren oder via Internet angeboten. Diese Gentests, die ausserhalb des medizinischen Bereichs angeboten werden, wurden vom bisher geltenden Recht nicht erfasst.

Ein revidierter Gesetzesentwurf war 2015 in der Vernehmlassung. Die eingereichten Stellungnahmen können > hier abgerufen werden. Anfang 2018 hat sich die WBK des Nationalrates an einem Tag mit der Revision befasst. Das umfangreiche Gesetzeswerk wurde dann in einer einzigen Sitzung durch den Nationalrat gepeitscht. Minderheitenanträge fanden kein Gehör. Auch der Ständerat liess en bloc abstimmen. Verbesserungen wurden nicht vorgenommen. Das Gesetz tritt erst nach Erlass einer Verordnung in Kraft. Mit der Verordnung wird nicht vor 2020 gerechnet. 

Mit dem revidierten Gesetz werden auch Gentests ausserhalb des medizinischen Bereiches erfasst. Somit sind alle Angebote, bis hin zum Internetangebot, legalisiert. Die Kategorien, nach denen Gentests künftig eingeteilt werden sollen, sind nicht praxistauglich. Weiterhin bleiben viele Fragen offen und kritische Punkte ungeklärt: Die Beratung im Rahmen von Gentests ist nach wie vor unzureichend reguliert, der Datenschutz wird so nicht gewährleistet, Gentests über den Ladentisch sind nicht wirklich geregelt.

Den Revisionsentwurf und die Botschaft des Bundesrates finden Sie >hier.