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Human Gene Editing

Human Gene Editing -

Eingriffe ins Genom

 

Die Methode scheint auf den ersten Blick bestechend: Auf der Basis eines bakteriellen Abwehrsystems haben Jennifer Doudna (Berkeley, USA) und Emmanuelle Charpentier (Berlin), vor wenigen Jahren ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Erbgut einfacher als zuvor zerlegen lässt. Mit der sogenannten Crispr/Cas9-Technik lassen sich DNA-Bruchstücke erzeugen – und so genetische Informationen neu zusammenfügen. Mittels GeneEditing wären auch «genchirurgische» Eingriffe in das menschliche Erbgut und die Keimbahn prinzipiell möglich. Bisher befindet sich die Entwicklung auf der Stufe der Grundlagenforschung und erste Rückschläge sind zu verzeichnen.  

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Beispiele:

Grossbritannien hat Forschungsprojekte genehmigt, bei dem bei menschlichen Embryonen genmanipulative Eingriffe erfolgen. Das Projekt ist im Bereich der Grundlagenforschung angesiedelt und soll dem besseren Verständnis der frühen Embryonalentwicklung dienen. So erhofft man sich eine verbesserte Behandlung der Unfruchtbarkeit. Die Forscher betonen, dass die Embryonen nicht zu reproduktiven Zwecken eingesetzt werden sollen. Inzwischen ist auch aus Schweden ein Forschungsprojekt bekannt. In China wurde eine Versuchsreihe eingestellt, da sie nicht den gewünschten Effekt zeigte. 

Mit dem Verfahren werden grosse Erwartungen verbunden. Ähnlich, wie bei den ersten Versuchen mit Gentherapie, verspricht sich die Wissenschaft auch hier die Heilung diverser Erkrankungen. Von einer Anwendung ist man aber noch weit entfernt. Die meisten Verfahren befinden sich im Stadium der Grundlagenforschung. Eingriffe in die Keimbahn sind höchst umstritten, da sich eine Manipulation oder Veränderung genetischer Strukturen auf nachfolgende Generationen auswirken würden. 

Anders verhält es sich mit der sog. somatischen Gentherapie: In diesem Fall werden veränderte Körperzellen einer bestimmten Person verwendet. Hier laufen einige klinische Versuchsreihen.